Social Beer Game

Bier exen, drei Freunde nominieren und Spaß haben, so sieht ein typisches Social-Beer-Game-Video aus. Doch im Schatten der Neknomination erstarkte eine weitere Form des Video-Kettenbriefs.

Es gingen vielleicht drei Tage ins Land bis alle coolen Facebooker einmal dran waren. Dann blieben nur noch die Langweiler und Spießer übrig. Statt zu trinken, wie es ihnen geboten war, spendeten sie einfach Geld an irgendeine Organisation. Als Beweis hielten sie einen Kontoauszug ins Bild. So bot das erste soziale Bierspiel auch der letzten Tranfunzel die Plattform, sich zu profilieren. „Endlich“, dachte sich mancher, schließlich mussten die Videospender erst warten, bis sie nominiert wurden, um zu spenden – von Bierexern wohl gemerkt! Aber dann konnten sie Facebook endlich zeigen, wie erwachsen und vernünftig sie waren – Spielverderber.

Sinnlos?

Der Welt einen Spiegel vorhalten wolltet ihr. Mir, dem Biertrinker, meine eigene hässliche Fratze der Sinnlosigkeit und des Lasters zeigen. Mich zur dringend nötigen Vernunft bringen. Biereexen ist sinnlos? Warum müsst ihr in allem einen Sinn suchen? Lasst ihr nie locker und macht, wozu ihr Lust habt? Passt Spaß und Unvernunft nicht in eure kleinkarierte Welt? Warum würzt ihr euer Essen? Kann man das nicht auch ohne Geschmack vertilgen. Die Nährstoffe blieben ja die gleichen. Was haltet ihr von Zocken? Wart ihr schon mal bei Wind und Wetter draußen und habt euch an der Urgewalt der Natur erfreut? Sinnlos, ich weiß. Könnte man ja auch einen Schnupfen bekommen. Warum trägt die Menschheit Kleidung, wenn sich Mann und Frau am Ende doch am liebsten nackt sehen? Schon mal über den Beruf Model nachgedacht – ziemlich sinnlos oder? Warum überhaupt Musik und Kunst, geht es nicht ohne. Wer von euch fährt Ski? Mit dem Lift den Berg hoch, auf den Brettern wieder runter und von vorne. Ihr Skifahrer macht das den ganzen Tag und zahlt dafür ein viel Geld. Spendet das doch lieber. Skifahren ist sinnlos. Sinn oder Unsinn liegt eben im Auge des Betrachters. Jeder Mensch sucht sich seinen eigenen Sinn. In letzter Konsequenz macht sowieso nichts Sinn. Warum leben wir denn eigentlich?

Nach Meinung der Videospendebewegung bin ich auch kindisch. Danke für das Kompliment. Ich bin es gerne. Kindischsein ist ungeheuer entspannend und wenn ich ernst und erwachsen sein muss, dann bin ich es eben. So macht das Leben einfach viel mehr Spaß. Solltet ihr ausprobieren. Überhaupt ist nichts pubertärer, als jemanden als kindisch zu bezeichnen. Wenn ihr mich und das Social Beer Game Gemeinwohl spendend genug findet, hättet ihr es einfach ignorieren können und allen anderen ihre Freude lassen. Niemand zwang euch mitzumachen. Stimmt, habt ihr ja auch nicht. Also vielen Dank für eure Meinung und dass ihr euch als der ehrenwerte und vernünftige Teil der Gesellschaft präsentiert habt. I don’t care.

Vielen Dank an all die Bierexer, die den Spendenmarathon mit ihrer geballten Follower-Kraft ins Leben gerufen haben.

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