Genug gesagt

Es ist der 29. Dezember 2013. Michael Schumacher stürzt beim Skifahren, verletzt sich schwer und fällt ins Koma. Mein Smartphone bimmelt und vibriert ununterbrochen. Die Maschinerie ist also angelaufen und wirft alles, was schreiben, filmen und Ton aufnehmen kann nach Frankreich. Das Krankenhaus, indem Schumacher liegt, wird belagert.

Und so ist es wie immer. Alle Medien berichten, mutmaßen und versuchen sich am Ende gar, verkleidet ein Foto vom Krankenbett zu bekommen. Auf der anderen Seite ist auch klar, dass diese Berichterstattung kritisiert werden wird. Wenig später ist das Internet voll mit entsprechenden Blogeinträgen. Ich habe schon auf einen Beitrag im B5 MedienMagazin gewartet. Gestern war es dann so weit, der B5-Podcast war online. Doch was musste ich da hören?

Ja die Medienhypes in Sachen Schumacher und Hitzlsperger-Outing haben auch wir wahrgenommen und weil alle darüber berichten, tun wir es jetzt einfach mal nicht. Daniel Ronel im B5 MedienMagazin

Das MedienMagazin backt DIE beiden Medienereignisse einfach so ab? Nun, warum auch nicht. Es ist alles gesagt. Bei jedem Medienskandal wird die unmoralische Berichterstattung angeprangert. Der Fall Schumacher wird, wie einst die Entführung von Gladbeck als Paradebeispiel einer ausufernden, unethischen und pietätlosen Pressearbeit dienen. Künftige Journalismusstudenten werden den Fall zur Genüge aufarbeiten und analysieren. Aber man muss sich nicht für Journalismus interessieren, geschweige denn studieren, um zu wissen, dass sich verkleidet in ein Krankenhaus zu schleichen, nicht korrekt ist. Es ist einfach normaler Anstand und Respekt, der so etwas verbietet. Das weiß auch jeder Journalist und Fotograf. Geändert hat sich bisher wenig und das wird es auch nicht. Bei nächster Gelegenheit werden die meisten wieder auf den Wagen der Klick-Einschaltquoten-Verkaufszahlen-Safari springen. Warum also noch ewig darauf rumkauen? Eben, dann lieber dem Thema keine Bühne bieten. Chapeau MedienMagazin, ich ziehe meinen Hut. Bis zum nächsten Skandal dann.

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